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Die wahren Kosten von Ausfallzeiten: Ein Modell zur Berechnung des Infrastruktur-ROI

VOLTORS Architektur-Team17. Juni 20267 Min. Lesezeit

Die übliche Abkürzung — Umsatz pro Stunde mal Ausfallstunden — misst nur entgangene Transaktionen. Hier ist das Vier-Ebenen-Modell, mit dem Infrastrukturinvestitionen genehmigt werden.

Warum die Standardformel zu niedrig ansetzt

Die übliche Abkürzung — Umsatz pro Stunde mal Ausfallstunden — misst nur entgangene Transaktionen. Sie berücksichtigt nicht die Zeit des Incident-Response-Teams, den Anstieg der Support-Anfragen zur Bewältigung der Folgen, die geschuldeten SLA-Gutschriften an betroffene Kunden und die schwerer zu quantifizierende Vertrauenserosion, die sich erst im nächsten Verlängerungsgespräch zeigt — nicht in den Zahlen dieses Quartals.

Die vier Kostenebenen

  • Direkter Umsatzverlust: Transaktionen, die nicht stattfinden oder später nicht nachgeholt werden
  • Wiederherstellungskosten: Ingenieurstunden, War-Room-Zeit, Eskalationsgebühren bei Anbietern
  • Vertragliche Kosten: SLA-Strafen, Gutschriften, Risiko aus Vertragsverletzung
  • Reputationskosten: real, sollten aber konservativ geschätzt werden — eine belastbare Zahl ist intern nützlicher als eine überhöhte, der niemand glaubt

Ein Rechenbeispiel

Ein mittelständisches SaaS-Unternehmen mit 2 Mio. USD wiederkehrendem Jahresumsatz und einem vierstündigen Ausfall: Der direkte Verlust mag mit rund 3.000 USD in diesem Zeitfenster gering erscheinen. Rechnet man jedoch 40 Ingenieurstunden zum Vollkostensatz, SLA-Gutschriften an Unternehmenskunden mit vertraglichen Verfügbarkeitsgarantien sowie ein Support-Team, das an den folgenden zwei Tagen das Dreifache des normalen Ticketvolumens bearbeitet, hinzu — liegt die reale Zahl meist beim Fünf- bis Achtfachen der naiven Berechnung.

Wie daraus ein Budgetargument wird

Ausgaben für Infrastruktur-Resilienz konkurrieren im Budget mit Feature-Entwicklung — und verlieren, wenn die Kosten des Status quo nicht beziffert sind. Legen Sie die Vier-Ebenen-Zahl vor, nicht die naive, zusammen mit den Kosten der vorgeschlagenen Redundanz- oder Monitoring-Investition. Der Vergleich, der Budgetentscheidungen tatsächlich beeinflusst, ist die vermiedene Gesamtkosten gegenüber den Investitionskosten — nicht die "Verfügbarkeitsquote", für die Führungskräfte außerhalb der Technik kein Gespür haben.